Die Sprachnachricht – unser neues Interviewformat

Die Sprachnachricht ist unser neues Interviewformat, in dem wir in unregelmäßigen Abständen Gespräche zu ganz unterschiedlichen Themen führen.

In der aktuellen Folge der Sprachnachricht spricht Sarah Bast mit Charlotte Hitzfelder und Mia Smettan über die Frage „Who cares“? Wer pflegt, kümmert und sich, wer arbeitet entlohnt und unentlohnt im großen Bereich der Pflege- und Reproduktionsarbeiten und was würde passieren, wenn Wirtschaft feministisch gedacht wird? Im Gespräch geben Mia und Charlotte auch einen EInblick in den virtuellen Workshop „Who cares? Die ganze Arbeit“, der am 24. und 25.10. online stattfinden wird für das Frauenzentrum. Mehr Informationen zum Workshop gibt es hier (hier dann Link zur Veranstaltung auf Homepage). Der Workshop findet in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung RLP statt.

In der aktuellen Folge spricht Sarah Bast mit Hannah Engelmann über die I.L.A. Werkstatt für Globale Gerechtigkeit und die Frage nach dem Guten Leben für Alle.

Im Gespräch erzählt Hannah Engelmann, was sich hinter der I.L.A. Werkstatt verbirgt, wie sich eine solidarische Lebensweise von der imperialen Lebensweise unterscheidet, wieso es eine sozial-ökologische Transformation braucht und welche Rolle politische Bildung in diesem Kontext spielen kann.

Hannah Engelmann ist als Trans*-Beraterin und Bildungsarbeiterin in queerfeministischen, ökologischen und antikapitalistischen Kontexten aktiv. Sie hat Psychologie und Erziehungswissenschaft in Bielefeld, Braunschweig und Hildesheim studiert. Als Teil des I.L.A.-Kollektivs veröffentlichte sie 2017 das Dossier Auf Kosten Anderer? Wie die imperiale Lebensweise das gute Leben für Alle verhindert. Ausserdem ist 2019 im Unrast Verlag ihr Buch Antiqueere Ideologie. Die Suche nach identitärer Sicherheit – und was politische Bildung dagegen ausrichten kann erschienen.

In der ersten Folge spricht Sarah Bast mit Dinah Leschzyk über LSBTI-feindliche Rhetorik bei Jair Bolsonaro, dem brasilianischen Präsidenten. Bolsonaro wendet sich rhetorisch aggressiv insbesondere gegen eine Sexualpädagogik der Vielfalt, gegen Familien und Menschen, die nicht in sein normatives heterosexuelles und zweigeschlechtliches Weltbild hineinpassen.


Bolsonaros queerfeindliche und anitfeministische Rhetorik steht symptomatisch für eine Rhetorik bzw. Diskursstrategien, derer sich antifeministische Akteur_innen inter international bedienen, um emanzipatorische Errungenschaften der feministischen und queeren Bewegungen anzugreifen. Daneben gibt Dinah Leschzyk auch einen spannenden Einblick in die queere und feministische Bewegung und zeigt anhand von feministischen und queeren Kampagnen auf, wie Widerstand in Brasilien aussieht.
Dinah Leschzyk arbeitet an der Uni Giessen im Institut für Romanistik, ist Sprachwissenschaftlerin und arbeitet schon länger zur politischen Kommunikation. In ihrer Disseration ging es z.B. um das Thema „Politische Online-Kommunikation im kolumbianischen Präsidentschaftswahlkampf 2010.“