Uferfrauen

Dokumentarfilm neuer Termin wird bekannt gegeben.

In der Dokumentation Uferfrauen rückt die Filmemacherin und Kulturpädagogin Barbara Wallbaum die Homosexualität unter Frauen in der DDR in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und lässt ein Stück unerzählter (ost)deutscher Geschichte lebendig werden.
Uferfrauen begleitet sechs Protagonistinnen, die in Groß- und Kleinstädten in Nord und Süd der ehemals sozialistischen Republik lebten und jede Menge zu erzählen haben: Christiane aus Berlin, Carola aus Dresden, Pat aus Mecklenburg-Vorpommern sowie Elke und Langzeit-Paar Sabine und Gisela aus Sachsen-Anhalt. Geschichte festhalten wolle sie, damit nichts verloren geht, sagt Pat, deren Lebens- und Liebesgeschichte Barbara Wallbraun 30 Jahre nach Mauerfall einfühlsam in ihrem bewegenden Dokumentarfilm nachzeichnet. So unterschiedlich die Protagonistinnen sind, sie alle eint die Erfahrung, sich als Frau und Lesbe treu bleiben zu wollen in einem Staat, der seine Bürger*innen systematisch dem Zwang nach Konformität und Anpassung aussetzte und sie letztendlich dazu beflügelte, ihre Stimme zu erheben. Homosexuelle waren in der DDR zwar geduldet, aber unerwünscht. Sie wurden von der Stasi beobachtet, der Paragraph 151 untersagte Sex unter gleichgeschlechtlichen Erwachsenen und Jugendlichen, bis zu 4.000 Menschen wurden deswegen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Liebe unter DDR-Frauen wurde öffentlich kaum thematisiert – und auch nach dem Mauerfall nur langsam aufgearbeitet. „Diese Frauen haben ihre Bedürfnisse ganz tief weggeschlossen. So tief, dass es bis weit nach der Wende gedauert hat, diese Bedürfnisse zuzulassen, sich zu öffnen und zu sagen: Ich trenne mich von meinem Mann, ich oute mich vor meinen Kindern, weil ich mit einer Frau zusammen leben möchte“, schildert Wallbraun ihren Ansporn, den Lebensgeschichten ihrer sechs Protagonistinnen Sichtbarkeit zu verleihen.

In Kooperation mit dem Förderverein des Frauenzentrums Mainz e.V. und der Bar jeder sicht