Öffentlich verschwiegen…

 Zur Diskriminierung lesbischer Frauen in Rheinland-Pfalz 1947 bis 1973
Vortrag und Diskussion mit: Dr. Kirsten Plötz (Hannover)
Ende 2012 fasste der rheinland-pfälzische Landtag den Beschluss zur Aufarbeitung der Verfolgungs- und Diskriminierungsgeschichte homosexueller Menschen in Rheinland-Pfalz. Im Januar 2017 wurde der in Auftrag gegebene Forschungsbericht veröffentlicht.
Die Arbeit zur Erforschung der Diskriminierung lesbischer Frauen zwischen 1947 und 1973 übernahm die Historikerin Dr. Kirsten Plötz aus Hannover. Denn, auch wenn lesbische Frauen nicht wie schwule Männer unter den Paragrafen 175 des Strafgesetzbuches fielen und keine direkte strafrechtliche Verfolgung drohte, waren sie keineswegs vor Diskriminierung und Angriffen gefeit.

Auch im Nachkriegsdeutschland passten sie nicht ins gesellschaftliche Bild von Weiblichkeit. Einerseits ignorierten Staat, Kirchen und Gesellschaft weibliche Homosexualität, andererseits gab es im Namen der Sittlichkeit durchaus Interventionen. Allgemein galten lesbische Frauen zwar im Vergleich zu schwulen Männern als weniger »gefährlich«, als sittengefährdend aber schon. So entzogen zum Beispiel Gerichte lesbischen Müttern ihre Kinder, und der Jugendschutz verbannte Bücher mit positiven lesbischen Figuren aus der Öffentlichkeit.
Trotz dünner Quellenlage und damit schwieriger Spurensuche ist es Dr. Kirsten Plötz gelungen, ein bislang unerforschtes Kapitel rheinland-pfälzischer Frauengeschichte zu erhellen. Über ihre Arbeit, über Frauenbiografien und die dabei entdeckten vielfältigen Formen der gesellschaftlichen und juristischen Ächtung berichtet sie in ihrem Vortrag.
Termin: 28. September 2017, 18.00 Uhr
Ort: Stadthistorisches Museum Mainz |Zitadelle, Bau D, 55131 Mainz
Veranstalterinnen: Frauenzentrum Mainz e.V. und Frauenbüro Landeshauptstadt Mainz
Die Veranstalterinnen bedanken sich herzlich beim Stadthistorischen Museum für die Möglichkeit, den Vortrag in historischer Kulisse anbieten zu können.