Jahresbericht 2019

Das Frauenzentrum Mainz feierte vergangenes Jahr 45jähriges Jubiläum. 45 Jahre ist ein besonderes Alter für ein Frauenzentrum, das wie noch zu Gründungszeiten die Ziele hat sich für Gleichberechtigung einzusetzen sowie Toleranz und Akzeptanz von anderen Lebensentwürfen zu fördern, die Öffentlichkeit über Sexismus und Diskriminierung aufzuklären und Frauen in allen Lebenslagen zu stärken.

Dass es das Frauenzentrum noch gibt, trotz aller schwierigen Umstände, mit denen wir uns in den letzten Jahrzehnten auseinander setzen mussten ist nicht selbstverständlich.  Vor allem die stets prekäre Finanzierung führt dazu, dass  wir ständig an die Grenzen dessen stoßen,  was wir umsetzen und leisten können. Eine starke Basis an Vereinsfrauen, viele treue Kooperationspartner_innen und Unterstützer_innen, viele ehrenamtliche Helferinnen und ein hauptamtliches Team, das alles koordiniert, organisiert und ein Beratungsangebot für Frauen bietet, machen das Weiterbestehen des Frauenzentrums möglich!

Nach wie vor ist das Frauenzentrum eine wichtige und nachgefragte Institution in und für Mainz und Umgebung. Frauen haben die Möglichkeit in geschützten Räumen Anschluss, Beratung, Bildungsangebote und vielfältige Informationen zu finden.

Im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen wir jedes Jahr aktuelle feministische und frauenpolitische Themen in unserer inhaltlichen Arbeit aufzugreifen.
Im vergangenen Jahr lag unser Fokus zum einen auf dem Thema »Soziale Medien zwischen Partizipation, Mobilisierung und Vereinnahmung« in dieser Reihe ging es um das Zusammenspiel gesellschaftlicher Verhältnisse und den (Aus-)Wirkungen des Internets auf Kultur, Politik, Medien und Wirtschaft. Ein weiteres Schwerpunktthema war die »Auswirkung von Antifeminismus auf Gleichstellung, Erziehung, Rollenbilder«.

Während der Jahresbericht entstand, verändert die Corona-Pandemie unseren Alltag, unsere Freizeit und unser Berufsleben maßgeblich. Momentan wird viel von systemrelevanten Arbeiten gesprochen und es wird sichtbar wie nie, wer und welche Arbeiten unabdingbar für unsere Gesellschaft und unser Leben sind. Es sind die Arbeiten, die überwiegend von Frauen gemacht werden. Es heißt, die Krise sei weiblich. Aber auch vor der Pandemie waren überwiegend Frauen in Teilzeitbeschäftigung, übten unbezahlte Care-Arbeiten aus, waren von Altersarmut betroffen. Was wird nach der Krise sein? Für das Frauenzentrum heißt das mehr denn je, dass es notwendig ist an den vor 45 Jahren gesteckten Zielen des Frauenzentrums festzuhalten mit Beratungsangeboten,  Informations- und Bildungsangebote Frauen zu stärken und zu stützen. Sowie mit frauenpolitischen Aktivitäten die Benachteiligung von Frauen in unterschiedlichen Bereichen aufzuzeigen und zu benennen um eine möglichst breite Öffentlichkeit für die spezifischen Problemlagen von Frauen zu sensibilisieren und auf offene und verdeckte Diskriminierung aufmerksam zu machen.

Download Jahresbericht 2019